Jeder kennt das Problem, man sucht sich im Laden oder online zum Beispiel einen Laufschuh aus, der einem optisch und/oder von den Technologien her zusagt, bestellt ihn und probiert ihn an und dann die Überraschung.

Obwohl es dieselbe Größe wie immer ist, passt der Schuh nicht und das Durchprobieren geht los. Ihr wisst wovon wir reden oder? Das wirft doch die Frage auf, warum Schuh von Marke zu Marke teilweise komplett verschieden ausfallen und warum nicht einfach eine 43 bei Nike auch eine 43 bei ASICS ist.

Wir erklären euch zwei Gründe, an denen das liegt: Minimize_our_Footprint_-_Waste_Option_A_-_Preferred_hd_1600

Verschiedene Berechnungen der Schuhgröße


Das erste Problem liegt darin, dass es keine einheitliche Berechnung der Schuhgröße gibt und eine ganze Reihe an Ländern sogar eigene Skalen, Berechnungsmethoden und dadurch auch Schuhgrößen haben. Zum Beispiel wird in Großbritannien zum Bestimmen einer Schuhgröße ein Barleycorn (dt. Gerstenkorn) verwendet.

Das Barleycorn ist eine sehr alte und kleine Maßeinheit, die ein Drittel Zoll bzw. Inch, also 8,46 mm, entspricht. Die kleinste Schuhgröße für Erwachsene, UK 1, ist als 26 Barleycorns definiert. Die USA verwenden vom Prinzip her dasselbe System, fangen aber, anders wie in Großbritannien, bei den Kindergrößen schon bei Eins an zu zählen und nicht bei null, deswegen ist eine US 15 dieselbe Größe wie eine UK 14.

Für Deutschland wird meistens die EU-Größe angegeben, was quasi einen Mittelwert aus den Berechnungsformeln von verschiedenen europäischen Ländern darstellt. Diesen liegt als Maß der sogenannte Pariser Stich zu Grunde. Früher wurde also gesagt, wenn dein Schuh in 38 Stichen genäht wurde, hattest du Schuhgröße 38.

Ein Pariser Stich entspricht dabei 2/3 Zentimeter. Wieder anders ist es wiederum in Asien. Hier wird einfach die Fußlänge in Zentimeter als Schuhgröße genommen. Dazu wird mit Buchstaben (A, B, C, D, E, EE, EEE, EEEE, F, G) noch die Weite des Schuhs angegeben.

Durch diese verschiedenen Skalen kommt es bei der Umrechnung der Größen auch zu Fehlern und unterschiedlichen Angaben. Wenn bei der Umrechnung bspw. eine ungerade Zahl herauskommt rundet der eine Hersteller auf und der nächste rundet ab. Auch das spielt dabei eine Rolle, warum Schuhgrößen von Land zu Land und Hersteller zu Hersteller unterschiedlich ausfallen.

Verschiedene Leisten bei der Herstellung


Bei der Herstellung eines Schuhs werden sogenannte Leisten verwendet. Im Prinzip ist ein Leisten ein Fußmodell aus Holz, Plastik oder Metall, das dafür sorgt, dass das Obermaterial und die Sohle zusammenpassen. Die beiden Komponenten werden nämlich getrennt voneinander hergestellt.

Das Obermaterial, das bei vielen Laufschuhen inzwischen aus einem Stück besteht, wird dann über den Leisten gezogen und mit der Sohle verklebt oder vernäht. Außerdem wird es für die Massenproduktion verwendet, um immer die gleichen Größen herzustellen.

Nun richten sich die Leisten meistens an den Heimatmarkt der Hersteller, weswegen die US amerikanische Marke Nike andere Leisten verwendet wie die deutsche Marke adidas, mit schmäleren Leisten, oder die japanische Marke ASICS, die mit deutlich kleineren Füßen rechnet.

Auch aus diesem Grund benötigt man bei ASICS Schuhe immer ein bis zwei Nummern größer als bei anderen Schuhen. Ihr sehr also, dass bei der Berechnung und Skalierung von Schuhgrößen die unterschiedlichsten und teilweise sehr komplizierten und kuriosen Methoden gibt. Deswegen wundert es einen vielleicht etwas weniger, dass nicht jeder Mensch nur eine Schuhgröße bei allen Marken hat, sondern diese mal mehr mal weniger variieren

Natürlich spielt neben der Berechnung und Herstellung von Schuhen auch das Material und die Funktion der Schuhe eine große Rolle bei der Schuhgröße. So wird ein Anzugschuh aus Leder anders ausfallen wie ein Sportschuh aus weichem Knit Material, den man ohnehin etwas größer tragen sollte wegen dem nach vorne Rutschen während dem Abrollen beim Laufen. Probiert euch durch und ihr werdet sicher fündig. ;-)